Solidarität paradox: Streikunterstützung durch Bestellungen

Mario Frank vom Streik-Solidaritätsbündnis Leipzig über den Arbeitskampf der Beschäftigten bei Amazon und den Konsumentenstreik

Interview: Sebastian Friedrich

Obwohl Beschäftigte seit drei Jahren immer wieder streiken, um Tarifverhandlungen zu erzwingen, versucht Amazon weiterhin den Arbeitskampf auszusitzen. Das Streik-Solidaritätsbündnis Leipzig möchte nun mit einem Streik der Konsument_innen den Druck von außen erhöhen.
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Dies ist kein Boykott – Artikel im Neuen Deutschland

Streik bei Amazon: Soligruppen rufen zum Konsumentenstreik auf

Das Leipziger Solidaritätsbündnis ruft anlässlich des Streiks bei Amazon dazu auf, bei dem Online-Händler Waren zu bestellen, die eigentlich nicht benötigt werden und diese nach Erhalt wieder zurückzuschicken – mit einer beigelegten Solidaritätsnachricht an die Streikenden. Bei einem Warenwert von über 40 Euro hat sich Amazon vertraglich verpflichtet, die Kosten für die Hin- und Rücksendung zu übernehmen. Gegenüber einem Boykott des Unternehmens hat diese Aktionsform verschiedene Vorteile: Zum einen entsteht für den Konzern unprofitable Mehrarbeit. So kann es gelingen, mit Hilfe der Konsument*innen den ökonomischen Druck auf den Konzern zu erhöhen. Zum anderen erfahren durch die Solidaritätsbotschaften auch die Beschäftigten von der Unterstützung.
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Dies ist kein Boykott … Aufruf zum Konsument*innenstreik!

Lest unseren Aufruf, teilt und verbreitet ihn:

Bereits seit über zwei Jahren kämpfen die Beschäftigten bei Amazon für einen Einzelhandels-Tarifvertrag. Und das aus gutem Grund, denn der Erfolg des Modells Amazon basiert auf der Ausbeutung der Beschäftigten und ihren schlechten Arbeitsbedingungen. Damit das größte Kaufhaus der Welt alle Kund*innen rechtzeitig beliefern und damit gigantische Profite erwirtschaften kann, werden die Beschäftigten einem rigiden System aus Druck und Kontrolle unterworfen. Jeder Schritt und die kleinste Verschnaufpause werden von einem Überwachungssystem elektronisch erfasst.
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Tarifabschluss in der Gebäudereinigung und Video vom Flashmob an der Universität Leipzig

In den letzten Monaten vor dem Auslaufen des Tarifvertrages im Gebäudereinigungshandwerk waren wir viel unterwegs, um Möglichkeiten der Streikunterstützung auszuloten: Wir haben Gespräche mit Beschäftigten geführt, Demonstrationen der IG BAU besucht und kleinere Aktionen der Solidarität durchgeführt. So wollten wir uns vorbereiten, um einen möglichen Streik der Gebäudereiniger*innen unterstützen zu können. Mittlerweile ist klar: Es gab in dieser Tarifrunde eine Einigung, ohne dass es zum Streik gekommen wäre. Das Ergebnis ist aus unserer Sicht durchwachsen: Auf der einen Seite stehen relativ große Lohnsteigerungen. Demgegenüber stehen jedoch minimale Fortschritte beim Ost-West-Angleich. Außerdem fehlen weiterhin verbindliche Regelungen über die von einer Reinigungskraft zu putzenden Flächen, um der Leistungsverdichtung einen Riegel vorzuschieben.

Wie wir dieses Ergebnis bewerten und in welchem Rahmen das Streiksolibündnis zur Gebäudereinigung weiterarbeiten wird, besprechen wir bei einem offenen Treffen am Mittwoch, den 09.12.2015 02.12.2015 um 17 Uhr im Stadtteilladen Zwei|Eck (Zweinaundorfer Straße 22), zu dem wir euch herzlich einladen.

Bis dahin möchten wir euch dieses Video unserer Soliaktion an der Universität Leipzig ans Herz legen:

Veranstaltungsreihe des Leipziger Streiksolibündnis

Befristete Beschäftigungsformen, der Einsatz von Leih- und Zeitarbeit, die Erhöhung des Leistungsdrucks, die Bezahlung unter Tarif und die Ausgrenzung von Gewerkschaften prägen inzwischen einen großen Teil der Arbeitswelt in Deutschland.
Der Prozess der Prekarisierung ist aber nicht nur als die Herausbildung eines bestimmten Beschäftigungssegments zu verstehen, sondern bezeichnet in einem umfassenderen Sinne die Ungewissheit des Zugangs zu zentralen Grundlagen der Lebensführung, zu Arbeit, Wohnraum, sozialen Sicherungen und sozialen Beziehungen. Der Einzelne wird in die Verantwortung genommen, die für eine erfolgreiche Bewährung notwendigen Ressourcen zu erwerben und soll sich das eigene Scheitern selbst zurechnen.
Die Veranstaltungsreihe will danach fragen, wie Beschäftigte, soziale Bewegungen und Gewerkschaften auf diese Herausforderungen reagieren, welche Deutungsmuster und Handlungsstrategien sie entwickeln, um sich gegen diese Tendenzen zur Wehr zu setzen. Nicht zuletzt soll auch diskutiert werden, welche Rolle Streikunterstützungsgruppen dabei spielen können.

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