Gründung des Solidaritätsbündnisses für die Tarifauseinandersetzung der Gebäudereiniger*innen

Heute hat im Leipziger West Inn Hotel der Auftakt für die Tarifverhandlungen in der Glas- und Gebäudereinigung stattgefunden. Studierende und Aktivist_innen beschlossen ein Solidaritätsbündnis zur Unterstützung des bevorstehenden Streiks zu gründen.

Nach dem Tarifabschluss 2013 läuft in der Glas- und Gebäudereinigung im Oktober 2015 die Friedenspflicht aus. Nach den geringfügigen Lohnerhöhungen fordert die IG BAU nun eine schnelle Ost-Westangleichung eine Lohn-Flächenkopplung und einen Stopp der Leistungsverdichtung. Dazu Ursula „Vor 7 Jahren hatten wir zu Zweit 8 Stunden Zeit, heute putze ich das Schulgebäude alleine in 4 Stunden“.

Seit etwa einem Monat gibt es in Leipzig das Streik-Solidaritäts-Bündnis, in dem sich vor allem Studierende und politisch Aktive zusammenfinden, um den Streik der Glas- und Gebäudereiniger_innen zu unterstützen und Solidarität zu organisieren. „Die Agenda 2010 war ein gesamtgesellschaftlicher Angriff auf unsere Arbeits- und Lebensbedingungen. Die Situation der Glas- und Gebäudereiniger_innen ist Ausdruck davon. Die Folgen sind Unsicherheit, Existenzängste und Burnout. Dagegen wehren wir uns.“, sagt Steffen Bach weiter.
„An der Uni wird der Alltag vieler Studierender durch die Leistungsverdichtung bestimmt die das Bachelor-Master-system mit sich bringt. Viele erwarten nicht erst nach dem Studium prekäre Beschäftigungsverhältnisse. Für uns hat die Streikunterstützung deshalb eine gesamtgesellschaftliche Bedeutung.“ ergänzt Tanja.

Heute hat das Solidaritätsbündnis in einer gemeinsam Demonstration mit den Glas-und Gebäudereiniger_innen und der IG BAU den Auftakt der Tarifverhandlungen begleitet. „Um 13 Uhr trafen wir uns mit etwa 300 Beschäftigten und der IG BAU an der Ostseite des Hauptbahnhofs. Gemeinsam zogen wir mit einer Sambaband, Trillerpfeifen und Schildern durch die Stadt vor das West Inn Hotel“ berichtet Sophie Schuck vom Solidaritätsbündnis.

Die Stimmung auf der Demonstration war sehr positiv. Peter merkt an “es wird nicht leicht werden den Forderungen Nachdruck zu verleihen, da die Beschäftigten so vereinzelt sind. Dazu ergänzt Fatima „ allein in der Uni Leipzig sind Reinigungskräfte von 90 unterschiedlichen Firmen angestellt. Deshalb ist die Unterstützung von Außen so wichtig für uns“.

„Das die Toiletten, und Hörsäle jeden Tag sauber und aufgeräumt sind, wird als Selbstverständlichkeit wahrgenommen. Das dahinter jedoch die Arbeit von Menschen steht, die wir wertschätzen sollten, bleibt unsichtbar.“ sagt Sophie weiter.

In den kommenden Wochen wird das Bündnis mit verschiedenen Aktionen die IG BAU und Beschäftigten unterstützen.

„Wir haben heute unsere Entschlossenheit demonstriert und ich bin zuversichtlich dass wir den Kampf erfolgreich fortführen“, beendet Jörg seine Ansprache vor den Beschäftigten und Unterstützer_innen.

Streiksolibündnis Leipzig.

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Kontakt: streiksoli@riseup.net