Ein Gespräch über italienische Basisgewerkschaften und die Idee des sozialen Streiks

Disskussionsveranstaltung | 10.04 | 19:00 | ZWEI|ECK | Zweinaundorferstr. 22.

In Italien ereigneten sich in den letzten Monaten Kämpfe gegen eine erneute Welle der Prekarisierung von Arbeitsverhältnissen im Rahmen des Jobs-Act, deren Vorbild im dt. Arbeitsmarkt liegt. Nach dem Export der Agenda-2010-Politik in das Krisen-Europa, wollen wir versuchen, ein paar Widerstandserfahrungen zu importieren. Dafür haben wir Maurillo eingeladen, der als Basisgewerkschafter von ADL Cobas in Bologna aktiv ist. Die „Associazione per i Diritti dei Lavoratori“ ist ein Zusammenschluss norditalienischer Gewerkschaftsaktivist_innen, die in enger Zusammenarbeit mit den Militanten der Sozialen Zentren Arbeitskämpfe vor allem im prekären und stark migrantischen Logistiksektor führen. Maurillo wird ihre Praxis und den Logistik-Generalstreik aus dem Herbst skizzieren, wobei wir den Fokus auf Organisierungsfragen unter den Bedingungen prekärer und flexibilisierter Arbeit und einer rassistischen Fragmentierung der Gesellschaft lenken wollen.

Schon länger wird in Italien das Konzept des sozialen Streiks diskutiert. Der soziale Streik verlässt die klassischen Orte des Arbeitskampfes wie die Fabrik und ist viel mehr ein prekärer, verallgemeinerter Metropolenstreik. Es ist der Versuch auf die Umstrukturierung, Prekarisierung und Vereinzelung der Arbeitsverhältnisse zu reagieren, indem die Auseinandersetzung auf die gesamte Stadt ausgedehnt und Kämpfe zusammengeführt werden. So fand am 14 November ein erste Probe des sozialen Streiks statt, die sich sowohl gegen die Arbeitsmarktreformen des Jobs Act, Renzi’s Schulreform, die Gentrifizierung der Städte und das Austeritätsregime mit seinen Privatisierungen und Angriffen auf die Commons richtete. Maurillo wird von den Erfahrungen des sozialen Streiks berichten, damit wir dieses in der deutschen Linken noch relativ unbekannt Konzept diskutieren können.