Alle raus zum 1. Mai!

Wir laden Euch ein, zusammen mit uns am

1. Mai 2014,
um 10 Uhr,
am Volkshaus Leipzig

loszulaufen und laut zu sein für Veränderung!
Hintergrund ist folgender:

Der Streik bei Amazon dauert nun schon ein ganzes Jahr und nach wie vor weigert sich der Konzern, Tarifverhandlungen mit der Gewerkschaft aufzunehmen und auf die Forderungen der Beschäftigten einzugehen. Die Arbeitsverhältnisse bei Amazon sind kein Einzelfall. Vielmehr prägen befristete Beschäftigungsformen, der Einsatz von Leih- und Zeitarbeit, die Erhöhung des Leistungsdrucks, die Bezahlung unter Tarif und die Ausgrenzung von Gewerkschaften inzwischen einen großen Teil der Arbeitswelt in Deutschland. Und nicht nur hierzulande: Mit der in den südeuropäischen Krisenstaaten durchgesetzten Sparpolitik werden Löhne, gewerkschaftliche Mitbestimmungsmöglichkeiten und in den vergangenen Jahrzehnten erkämpfte ArbeitnehmerInnenrechte geschleift. So sollen Niedriglöhne und unsichere Arbeitsverhältnisse in ganz Europa als Normalität etabliert werden. Insofern bestimmen diese Entwicklungen auch die Arbeitsverhältnisse, in denen wir uns bewegen oder in die wir nach dem Studium eintreten.

Der Streik bei Amazon zeigt, dass es möglich ist, diese Zumutungen nicht einfach hinzunehmen, sondern sich zur Wehr zu setzen. Die Arbeitsformen, auf die Amazon zurückgreift, sind aber erst durch politische Entscheidungen ermöglicht worden. Es war insbesondere die Agenda-2010 Politik der rot-grünen Bundesregierung unter Gerhard Schröder, die die rechtlichen Voraussetzungen für die Ausweitung des Niedriglohnsektors und befristeter Beschäftigungsverhältnisse geschaffen und die Konkurrenz zwischen den Lohnabhängigen durch die Einführung des Arbeitslosengeld II verschärft hat. Darum müssen wir uns auch auf einer politischen Ebene gegen diese Entwicklungen zur Wehr setzen – und das kann nur gemeinsam erfolgen. Deshalb möchten wir euch einladen, mit uns gemeinsam am 1. Mai gegen diese Politik zu demonstrieren. Mit uns werden Studierende und Beschäftigte der sächsischen Hochschulen, die gegen die Einsparungen der Landesregierung, die Streichung ganzer Studiengänge und der damit verbundenen Arbeitsplätze protestieren, auf die Straße gehen.

Wir wollen uns nicht spalten lassen in prekäre und vermeintlich privilegierte Beschäftigte, Lohnabhängige und Studierende, ArbeiterInnen und Arbeitslose, Deutsche und Griechen, etc…
Wir unterliegen aber alle der gleichen Logik von Konkurrenz, Vereinzelung, Selbstoptimierung und Leistungszwang. Deshalb ist für uns 1. Mai eine gute Gelegenheit, unsere Kämpfe zu verbinden und gemeinsam ein politisches Signal zu setzen!

Das Streik-Soli-Bündnis Leipzig