Abschlusserklärung des grenzübergreifenden Treffens von Amazon-ArbeiterInnen – Bad Hersfeld, 28. bis 30. September 2018

Ende September fand in Bad Hersfeld ein transnationales Treffen von Amazon-Beschäftigten und Unterstützer*innen statt. Wir unterstützen es bereits seit längerem, weil nur durch enge transnationale Zusammenarbeit Gegenmacht gegen Amazon in Europa und weltweit aufgebaut werden kann, um eine bessere Löhne und Arbeitsbedingungen zu erzwingen.

Das ist die Abschlusserklärung, die ihr auch auf der Seite des transnationalen Netzwerkes amworkers findet.

Etwa 25 Beschäftigte und UnterstützerInnen aus Polen, Deutschland, Frankreich und den USA trafen sich zum siebten grenzüberschreitenden Treffen seit 2015 (das erste Treffen 2015 fand auch in Bad Hersfeld statt).

Das Treffen begann mit Berichten aus den Standorten. Unter anderem wurde berichtet:

In Polen gab es eine erneute Lohnerhöhung: Der Bruttostundenlohn ist seit 2014 von 13,00 auf 18,50 Zloty gestiegen.
In Poznan fand eine Protestaktion der Gabelstaplerfahrer gegen disziplinarische Maßnahmen statt.
Die staatliche polnische Gewerbeaufsicht übt wegen etlicher Gesetzesverstöße Druck auf Amazon aus.
In verschiedenen Lagern in den USA gibt es neue Organisationsbemühungen von Amazon-Beschäftigten.
In Bad Hersfeld gab es neuen Zulauf bei den Streiks, ein gutes Ergebnis von Ver.di bei den Betriebsratswahlen und verstärkte Organisierungsbemühungen.
Zum ersten Mal wurden in Bad Hersfeld kurze Intervallstreiks durchgeführt.

Im weiteren Verlauf des Treffens wurde in Arbeitsgruppen über die Erfahrungen mit verschiedenen Arbeitskampfformen und über die Forderungen der ArbeiterInnen in den verschiedenen Ländern diskutiert.

Am Ende des Treffens beschlossen wir gemeinsam folgende Schritte:

Wir beginnen eine Kampagne gegen den Einsatz von Arbeitsvorgaben zur Erhöhung der Arbeitsgeschwindigkeit.
Da die Informationslage weiterhin unbefriedigend ist, gründen wir Gruppen, die Daten zu Löhnen, Arbeitsbedingungen und Beschäftigungsformen in den Amazon-Lagern sammeln und analysieren. Die Ergebnisse sollen auf dem nächsten grenzübergreifenden Treffen im März präsentiert werden.
Es wird bald weitere Safe-Package-Aktionen (‘Arbeit strikt nach Vorschrift!’) geben.
Neben den Organisierungsbemühungen auf Betriebsebene werden wir uns darauf konzentrieren, Druck auf Amazons Luxemburger Zentrale auszuüben. Die Details dazu werden noch geklärt.
Das nächste Treffen wird Mitte März 2019 in Polen stattfinden. Der genaue Ort und weitere Details werden noch in diesem Jahr bekanntgeben.

Für weitere Informationen, die nächste Einladung, Neuigkeiten, Kontakt usw. siehe unseren Blog https://amworkers.wordpress.com.

Amazon – der unendliche Arbeitskampf?

Diesen Freitag, den 12.10.2018, findet im Rahmen der Kritischen Einführungswochen an der Universtität Leipzig von 17-19 Uhr eine Veranstaltung der DGB-Hochschulgruppe und des Streiksoli-Bündnis Leipzig statt.

Zusammen mit einem Beschäftigten von Amazon, der seit Anfang an beim Streik dabei ist, wollen wir auf über 5 Jahre Arbeitskampf zurückblicken. Wir wollen darüber sprechen, wieso Arbeiter*innen bei Amazon immer wieder die Arbeit niederlegen und sich gegen die digitale Despotie zur Wehr setzen. Außerdem werden wir von unseren Erfahrungen mit der Streiksoli-Arbeit berichten. Mit den Gästen wollen wir diskutieren, warum es so wichtig ist, den Kampf in Leipzig und an anderen Standorten zu unterstützen und überlegen welche Möglichkeiten es dafür gibt.

Die Veranstaltung findet im Hörsaal 14 im Hörsaalgebäude am Augustusplatz statt.

Hier der Ankündigungstext aus dem Programm der KEW:

Seit fünf Jahren kämpfen die Beschäftigten von Amazon für bessere Arbeitsbedingungen und einen Tarifvertrag. Trotz aller Schikanen und der scheinbaren Übermacht des Internet-Giganten geben sie nicht klein bei. Viele Menschen haben sie bereits bei ihren Streiks und ihrem Kampf gegen die digitale Despotie unterstützt. Wie kann diese Solidarität weiter entwickelt werden und welche Möglichkeiten gibt es, Arbeitnehmer*innen zu unterstützen?

Weihnachten soll wehtun

Weihnachten soll wehtun

amazon weihnachten
(Bild: dpa)

Mit Spontanität wollen die Amazon-Arbeiter den Konzern unter Druck setzten

Eine große Kampagne gegen die Arbeitsbedingungen bei Amazon vor Weihnachten sucht man in diesem Jahr vergebens. Das liegt jedoch nicht an Untätigkeit sondern an einer neuen Taktik der Gewerkschaft.

Von Peter Nowak

Bis Weihachten wird an den Amazon-Standorten Rheinberg, Werne und Koblenz gestreikt. Der Ausstand begann am 21.Dezember. Damit ist der Kampf der Amazon-Beschäftigten für einen neuen Tarifvertrag nach den Konditionen des Einzelhandels wieder neu entbrannt. In den vergangenen Jahren fand der Arbeitskampf vor allem in den Weihnachtstagen ein großes öffentliches Interesse. Schließlich ist der Onlinekonzern in dieser Zeit besonders druckempfindlich, weil sehr viele Menschen Bestellungen aufgeben.
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Spendenaufruf!

Kost‘ ja alles Geld..

Das Streiksolibündnis braucht finanzielle Unterstützung!
Den Aktivismus gibts gratis, aber auch wir müssen Material- und Druckkosten bezahlen..
Vor allem das Material für den Konsument*innenstreik hat finanziell ganzschön reingehauen.
Also Spendet doch mal was, muss auch nicht viel sein.

Name: Libertad!
IBAN: DE64430609678020068500
BIC: GENO DE M 1 GLS
Institut: GLS Gemeinschaftsbank
Verwendungszweck: Konsumentenstreik

Material für den konsument*innenstreik könnt ihr natürlich weiterhin unter streiksoli@riseup.net bestellen!

Vielen Dank!

Solidarität paradox: Streikunterstützung durch Bestellungen

Mario Frank vom Streik-Solidaritätsbündnis Leipzig über den Arbeitskampf der Beschäftigten bei Amazon und den Konsumentenstreik

Interview: Sebastian Friedrich

Obwohl Beschäftigte seit drei Jahren immer wieder streiken, um Tarifverhandlungen zu erzwingen, versucht Amazon weiterhin den Arbeitskampf auszusitzen. Das Streik-Solidaritätsbündnis Leipzig möchte nun mit einem Streik der Konsument_innen den Druck von außen erhöhen.
(mehr…)